Hintergrund

Was tun wir hier?

Auf diesen Seiten dokumentieren wir Plagiate in Franziska Giffeys (geb. Süllke) Masterarbeit Der Europapreis der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Eine vergleichende Betrachtung der Europapreisträgerschaft in drei europäischen Städten im Kontext der Förderung des europäischen Einigungsgedanken, eingereicht am 18.1.2005 an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Berlin und der Technischen Fachhochschule Wildau (Betreuer: Dr. Dr. Markus Vette und Dr. Hans Ullmann, beide Technische Fachhochschule Wildau).

Warum tun wir das?

Im Juni 2021 entzog die Freie Universität Berlin Franziska Giffey den 2010 erworbenen Doktorgrad, nachdem ein Gutachten in ihrer Dissertation Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschafteing 69 eindeutige Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis bestätigt hatte, darunter 20 Komplettplagiate (wörtliche Übernahmen ohne Kenntlichmachung als Zitat und ohne Quellenangabe) und 14 Bauernopfer (wörtliche Übernahmen mit Quellenangabe aber ohne Kenntlichmachung als Zitat) (der Bericht und alle Details zu den Prüfverfahren finden sich auf einer Webseite der Freien Universität Berlin.

Die zusätzliche Überprüfung der Masterarbeit ist aus unserer Sicht aus drei Gründen relevant. Erstens, war der mit ihr erworbene Abschluss seinerzeit Voraussetzung für die Zulassung zur Promotion. Zweitens steht die Masterarbeit in einem inhaltlichen Zusammenhang – in beiden spielt die Frage nach der Bürgerbeteiligung in der EU eine wichtige Rolle. Drittens verfasste Giffey die Masterarbeit und die Dissertation während ihrer Tätigkeit als Europa-Beauftragte des Bezirks Berlin-Neukölln, die Arbeiten weisen also auch einen inhaltlichen Zusammenhang mit ihrer politischen Karriere auf. Diese drei Gründe sprechen dafür, Plagiate in der Masterarbeit nicht als „Jugendsünde“ abzutun, sondern sie im direkten Zusammenhang mit den in der Dissertation nachgewiesenen Plagiaten zu betrachten.

Franziska Giffey strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin an – einer Stadt mit zwei Exzellenzuniversitäten und einer breit aufgestellten, international renommierten Hochschullandschaft. Beim derzeitigen Ressort-Zuschnitt wäre sie bei einer erfolgreichen Wahl außerdem Wissenschaftssenatorin. Es ist für uns inakzeptabel, dass eine der akademischen Täuschung überführte Person den Wissenschaftsstandort Berlin regieren könnte. Dass eine der akademischen Täuschung überführte Politikerin direkt nach dem Verlust ihres akademischen Grades ein hohes politisches Amt anstrebt, ist ein in Deutschland nie dagewesener Vorgang, der den Stellenwert wissenschaftlicher Integrität schwer beschädigt. Weder Giffeys Partei, die SPD, noch die politische Konkurrenz haben eine ernsthafte Diskussion um diesen Vorgang geführt. Wir hoffen, dass wir mit dem Aufzeigen von Plagiaten in der Masterarbeit dazu beitragen können, dass diese Diskussion endlich stattfindet.

Wer sind wir?

Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen, denen die Wissenschaft am Herzen liegt. Insgesamt haben zur Arbeit vier Personen beigetragen, von denen zwei anonym bleiben möchten. Mit ihrem Namen stehen für die Arbeit Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch (Freie Universität Berlin) und Dr. Ali Arbia (Graduate Institute of International and Development Studies, Genf) ein. Wir sind beide weder Mitgilieder politischer Parteien noch in Parteien oder politischen Organisationen engagiert und erledigen die Arbeit in unserer Freizeit und ohne Bezahlung oder Auftrag.